Artikel von 20.03.2020
Das Coronavirus verändert die Welt!

Schon einmal wollte man uns verkaufen, daß eine Entwicklung nicht absehbar war; das war die Finanzkrise 2008/2009. Wer sich aber die Mühe gemacht und nachgeforscht hat, der konnte herausfinden, daß es genug seriöse Analysten gab, die Jahre zuvor in Szenarien hergeleitet und beschrieben haben, was sich dann ab 2008 ereignete. 

Und nun eine andere Krise, die Coronakrise; verursacht durch das Virus Sars-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. Auch `unvorhersehbar´?

Wer im Internet recherchiert, stößt auf die Drucksache 17/12051 des Bundestages aus dem Jahr 2013; sie ist dort für jeden einsehbar. Es handelt sich um eine Ausarbeitung des RKI, des Robert-Koch-Instituts. Liest man diese Drucksache, und darin v.a. das Kapitel 2.3., kann man nur zu einem Schluß kommen: Unglaublich!

Das RKI hat in dieser Drucksache im Jahr 2012 exakt beschrieben, was wir seit Januar 2020 erleben! Als Szenario natürlich und mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit (alle 100 bis 1.000 Jahre), aber gespeist aus den Erfahrungen und Erkenntnissen mit früheren Epidemien und Pandemien. Und es hat dargelegt, welche Auswirkungen eine solche Pandemie haben wird.

Das RKI hat beschrieben, woher das Virus stammt und wie es zur Ausbreitung des Virus kommt, aber auch wie die Pandemie verläuft: Drei Wellen über die nächsten Jahre mit bis zu 7,5 Mio. Toten allein in Deutschland – unter der Annahme, daß 10  % der Erkrankten sterben (bisher ist dieser Prozentsatz kleiner) und keine antiepidemische Maßnahmen ergriffen werden (was zumindest in Ansätzen aber der Fall ist).

Erkenntnis:

  • Wir dürfen feststellen, daß im RKI gute Leute sitzen mit hohem Sachverstand und enormem Weitblick
  • Wir müssen erkennen, daß alles, was bisher in der Coronakrise passiert ist, genau den Beschreibungen im Szenario des RKI entspricht
  • Wir müssen feststellen, daß die Politik mit einem solchen Szenario nicht gerechnet hat und deswegen nicht vorbereitet war (z.B. durch die Bevorratung von mehr Beatmungsgeräten) und bis heute nicht entschieden genug handelt
  • Wir müssen deshalb annehmen, daß alles Weitere so kommt, wie in der genannten Drucksache beschrieben – so es uns nicht gelingt, die Verbreitung des Virus dramatisch zu verlangsamen UND schnell einen Impfstoff zu finden

In dieser Drucksache und der zugehörigen Anlage 4 wird vom RKI auch beschrieben, welche Auswirkungen sich durch eine solche Pandemie auf alle Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft ergeben. Damit sind wir bei den Themen, mit denen wir uns von Turnaround beschäftigen: alle Fragen, denen sich Unternehmen in der Krise gegenübersehen.

Mit unseren Erfahrungen müssen wir deshalb jedem Unternehmer, der bereits von der Coronakrise betroffen ist oder für den das absehbar ist, das Folgende raten:

 

  • Kosten senken z.B. durch die Einführung von Kurzarbeit
  • Auszahlungen vermeiden: Sofern Kosten nicht zu reduzieren sind, ist zumindest zu versuchen, Auszahlungen zu vermeiden z.B. durch die Inanspruchnahme der Stundung von Zahlungen jeglicher Art (Steuern, Mieten ...); auch Verzichte, z.B. auf den Unternehmerlohn, können einen Beitrag leisten
  • Liquidität sichern: Jede Maßnahme, die die ausgabewirksamen Kosten senkt oder Auszahlungen vermeidet, hilft zugleich, die Liquidität zu schonen. Gleichzeitig sind alle möglichen Wege zu nutzen, um zusätzliche Liquidität zu generieren. Dazu gehören die jetzt anlaufenden Programme der KfW genauso wie die Programme der einzelnen Bundesländer.

Wenn es nicht gelingt, die Epidemie schnell einzudämmen, erleben wir eine Krise, gegen die die Finanzkrise 2008/2009 ein Kinderfasching war. Damals waren `nur´ die Banken direkt die Betroffenen. Viel Geld der EZB und des IWF haben geholfen, die Volkswirtschaften am Laufen zu halten. Jetzt sind es die Unternehmen selbst, die betroffen sind. Sie werden dann aber in der Folge – wenn sie ihre Kredite nicht mehr bezahlen können oder in die Insolvenz gehen – die Banken mitreißen. D.h. dieses Mal ist das gesamte und nicht das Bankensystem betroffen.

Deshalb unser Fazit:

  • ACHTEN: Wir ALLE müssen eisern auf die Einhaltung der uns möglichen Schutzmaßnahmen achten.
  • HOFFEN: Wir müssen hoffen, daß die Entwicklung eines Impfstoffes sehr schnell zum Erfolg führt.
  • BEWAHREN: Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren. Das, was wir mit unserem Verstand lösen können, werden wir lösen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand.

Gerne stehen wir auch nur für ein Gespräch zur Verfügung. Manchmal hilft in solchen Zeiten, wenn man sich mit anderen, die in ähnlichen Situationen sind (einer unserer Gesellschafter erlebt als Inhaber eines Unternehmens des Maschinenbaus die Krise hautnah), einfach nur austauschen kann. Unsere Telefonnummer: 0151 127 30 484 

Bleiben Sie gesund!

Offenburg, 20. März 2020